ELF - Event Listener Framework

IT Developer Meeting

Jörg Müller,
25.02.2026

Intro

Wer bin ich?

  • Jörg Müller, seit 10/2025 bei Brandeis Consulting
  • vorher 7 Jahre Innovationsmanager bei SAP Gold Partner
  • Schwerpunkte: modernes ABAP, Integration und datengetriebene Fertigung
  • SAP Stammtisch Magdeburg - Mitgründer und Organisator
  • Ex-DSAG Arbeitskreissprecher Marketing und Vertrieb
  • ABAPConf Speaker

Was mache ich bei Euch?

  • Meine Ansprechpartner sind Ina und Christopher
  • Aktivitäten:
    • ELF
    • TGM Umlagerung
    • Materialkopierer

IT und OT

Agenda

Exkurs: OT und Datengetriebene Fertigung

Konzept

Live Demo

Features

FAQ

Status Quo & Ausblick

Optional: Deep Dive

ELF bei Dräger

Exkurs: Was bedeutet OT?

OT bei Adelholzener

  • Begriffsklärung
  • Technologie in der Produktion
    • automatisierte Produktionsanlagen, zum Teil 24/7
    • Logistik und Lager
    • Terminals, mobile Endgeräte, autonome Fahrzeuge
    • IT Technologie: Netzwerk, Router, Rechner
  • Besonderheiten
    • Echtzeit, Fokus auf Einzelobjekte
    • Oft kaum Zusammenarbeit mit der IT
    • sehr unterschiedliche Perspektiven auf Automatisierung, Daten und Integration
    • verschlossene Schaltschränke und Silodenken

Exkurs: Die Elbfabrik und "Datengetriebene Fertigung"

Elbfabrik

Datengetriebene Fertigung

  • In der OT Welt gibt es derzeit ebenfalls eine Transformation:
    von vielen Einzelschnittstellen (Punkt-zu-Punkt) hinzu Data Broker Konzepten mit noch mehr Echtzeit
  • Etwas andere Perspektive auf Daten: Digitaler Zwilling, Verwaltungsschale, Digitaler Produktpass, Datenflüsse, Datenräume, ...

Konzept: Moderne IIOT Plattform + Data Broker + Datenflüsse = ELF

IIOT Plattform

Datenflüsse

Konzept: Einordnung ELF


ELF Einordnung

Konzept: ELF Level 0 - 3

Datenflüsse

  • Datenflüsse können sich teilen
  • Fokus auf Wiederverwendbarkeit
  • Level 0: "Event Producer"
    • Auslösung von Events aus unterschiedlichen Quellen
    • Vorprüfung, Filterung
    • optionale Datenbeschaffung: aus Notifications werden Events mit Daten
  • Level 1: "Event Receiver"
    • Prüfungen für den UseCase
    • ggf. weitere Datenbeschaffung
    • Direkte Weiterleitung an Level 3 und/oder Persistierung in Level 2
  • Level 2: "Data Objects"
    • lokale Persistenzschicht von "Datenobjekten"
    • "die letzte bekannte Wahrheit" einer Datensicht
    • Kombination von Push und Pull möglich
  • Level 3: "Event Consumer"
    • Auslieferung der Events an Partner über Konnektoren
    • "Selbstheilung", wenn Auslieferung schief geht

Konzept: Event Typen

Buzzer


Aktuell: alles über Workflow Ereignisse lösbar

  • Im ELF werden Events harmonisiert:
    • Ereignisquelle
    • Objekttyp
    • Objekt ID
    • Event
  • Ausbruch aus der SAP Welt möglich
    • Objekttypen in Anlehnung an SAP (z.B. "Vendor", "PurchaseOrder")
    • zusätzlich sind eigene Objekttypen möglich (z.B. "StorageLocation")
    • nicht an ereignisauslösende Technologie gebunden
  • Unterschiedliche Event-Typen:
    • Workflow Events
    • Change Documents (CDHDR)
    • Custom Code, BADIs
    • RAP Events
    • Externe Ereignisse (Event-Driven-Architecture inbound)

Konzept: Partner und Konnektoren

Partner und Konnektoren


  • Partner(-Systeme)
    • ARAS
    • EWM
    • (Intern)
    • (Power BI)
    • (Integration Suite)
    • (Simplifier)
  • Konnektoren (Technologien)
    • RFC
    • IDoc
    • (WebService)
    • (WebSocket)

Konzept: ABAP Objects Framework

ELF Paket

  • Oberpaket ZX_EVENT_LISTENER_FRAMEWORK

  • Wunsch, dass ELF nicht nur eine Projektlösung bleibt

  • Mit dem Erfolg steigt die Komplexität und das Projekt wird zum Produkt

  • verschiedene Unterpakete mit unterschiedlichen Aufgaben

  • Weitreichene Nutzung von ABAP Objects:

    • Factory, Interfaces, Vererbung
    • Konfiguration von ABAP Objects Handlern
  • Rückblick:

    • ELF Version 1 setzte auf Change Documents und manuelle Prozesse via RAP Anwendung
    • Mehrfach-Events, hoher manueller Aufwand, Dumps
    • Umstellung auf Workflow Events und Queues
    • Rückbau weitestgehend abgeschlossen

Live Demo - ARAS Anbindung

Prozesse

  • Lieferanten
  • Einkaufsinfosätze
  • Bestellung -> Einkaufsinfosätze

Transaktionen

  • Events auslösen
    • ZBPV - Lieferanten pflegen (Alternativ BP)
    • ME12 - infosatz ändern
    • ME22N - Bestellung ändern
  • Monitoring
    • (SM58 - Weiterleitung der Workflow Events)
    • SMQ2 - Inbound Queue
    • SLG1 - Anwendungsprotokoll
  • Konfiguration
    • Bereichsmenü ZX_ELF

ARAS Demo

Feature: Queue Verarbeitung

Queue Verarbeitung

  • SAP Standard via SMQ2: Queue-Registrierung, "Selbstheilung", Monitoring, Key User Tools, Entwicklertools (Debugging)

Feature: Logging

SLG1 Applikationslog

  • SAP Empfehlung für S/4 HANA: Nutzung des Applikations-Logs (SLG1, aka BAL-Log)
  • IT Empfehlung: Nutzung der Opensource Komponente ZCL_LOGGER

Feature: Event Forwarding

  • Herausforderung 1:
    • Der SAP Standard löst ein Event nicht aus
    • Beispiel: Bestellung ändert Einkaufsinfosatz, erzeugt aber kein Ereignis
    • Lösungsansatz:
      • Ereignis der Bestellung wird durch ELF verarbeitet
      • in den Positionen stehen ggf. die Infosätze
      • das ELF Framework leitet das Event intern weiter
  • Herausforderung 2:
    • Der SAP schenkt benötigten Objekten nicht die "gewünschte Aufmerksamkeit"
    • Beispiel: Lagerort und Bestand des Lagerortes
    • Lösungsansatz:
      • Änderung der Lagerort-Stammdaten lassen sich abgreifen
      • Ein Materialbeleg (mit Ereignis) ändert den Bestand
      • ELF Objekttyp StorageLocation ist möglich

Event Forwarding

Feature: Event Daten

Events ohne Daten

Events ohne Daten

  • Die SAP setzt derzeit bei Event-Driven-Architecture auf die SAP BTP, Event Mesh und Events ohne Daten
  • Wenn Konsumenten diese Notifications erhalten und weitere Daten benötigen, fragen sie zusätzlich das ABAP Backend an (z.B. über OData)

Events mit Daten

Events mit Daten

  • Alternativ werden die wichtigsten Daten bereits im Event zur Verfügung gestellt (z.B. OT/Produktion)
  • Vorteile bei vielen Konsumenten, weniger Komplexität
  • Verantwortung beim Produzenten: aktive Bereitstellung, Datenqualität, Standardisierung, Namenskonventionen

ELF bietet Events mit und ohne Daten: konfigurierbar, aus CDS Views, mit komplexen Strukturen, im JSON Format

Feature: Partner based Delta Detection

{
    "LIFNR": "0000012345",
    "NAME1": "Irgendein Lieferant",
    "ORT01": "Hamburg",
    "PSTLZ": "22222",
    "STRAS": "Irgendeine Straße 100",
    "LAND1": "DE",
    "ADRNR": "3000099999",
    "TELF1": "040 123456-78",
    "SMTP_ADDR": "noemail@nodomain.xx"
}

Herausforderungen:

  • Der Partner erhält die Werte in abweichenden Feldern als im "ELF Standard"
  • Der Partner erhält nur eine Teilmenge aller Daten
  • Der Partner soll das Ereignis nur bekommen, wenn sich für seine Sicht tatsächlich etwas geändert hat
[
    {
        "PATH": "/SMTP_ADDR",
        "TAB_INDEX": 0,
        "ROW_KEY": "",
        "ELEMENT": "SMTP_ADDR",
        "CHG_IND": "U",
        "VAL_OLD": "noemail@nodomain.abc.xx",
        "VAL_NEW": "noemail@nodomain.xx"
    }
]

Lösungsansatz:

  • ELF1 Receiver bekommt das Ereignis und prüft für die Sicht des Partners, ob das Ereignis wirklich relevant ist
  • Wenn ja, dann wird das Ereignis an ELF3 weitergeleitet, sonst stoppt der Flow

Feature: Data Objects (vorbereitet)

AAS Asservatenkammer

Vorbild ("OT Asservaten-Kammer")

  • Digitaler Zwilling der Industrie 4.0
  • Konzept der Verwaltungsschale ("Asset Administration Shell" - AAS - Basis für Digitalen Produktpass)
  • Twins sind das digitale Abbild physischer oder digitaler Objekte und speichern in einer Schale verschiedene Sichten zum Objekt (Teilmodelle)
  • eine eindeutige Nummer identifiziert diese Schale

ELF Interpretation

  • ein ELF Standard Receiver bekommt die Ereignisse und speichert den aktuellen Stand zu konfigurierbaren Datensichten (z.B. aus CDS Views)
  • Registrierte Konsumenten bekommen die Daten sofort
  • Alternativ ist der letzte Stand immer on-demand abrufbar
  • Anwendungsbeispiel: aktueller Bestand am Lagerort

Feature: Level 3 Konnektoren

JSON Post

  • in ELF Level 3 geht es um den Transport der Daten
  • Bisher verwendete Technologien: RFC, IDoc, WebService
  • Wiederverwendbare Komponenten können in Konnektoren ausgelagert werden
  • Es ist durchaus üblich, eine "Autobahn" zu Partnern zu bauen und dann nur verschiedene "Autos" loszuschicken: z.B. Konnektoren für Integration Suite, Azure, ...
  • Ziel: konfigurierbare Konnektoren (Low-Code)

RFC Call

FAQ: Konfiguration

ELF Bereichsmenü

  • Bereichsmenü ZX_ELF mit allen wichtigen Konfigurationen und Werkzeugen
  • Perspektivisch abgelöst durch FIORI-basierte Konfiguration und Tools

FAQ: Dokumentation

ELF Knowledge Document

  • Dokumentation als Knowledge Transfer Document
  • Direkt am Entwicklungspaket, wird transportiert
  • Vorgaben von zentraler IT wünschenswert
  • im Markdown-Format und damit KI-tauglich

FAQ: Clean Core

  • Die Entwicklungen sind weitestgehend Clean Core konform
  • Bekannte Herausforderungen:
    • Obsolete Objekte: SM30, Transaktionen, Reports
    • qRFC, Transaktion SMQ2
    • ABAP HTTP Client(s)
  • Ursachen:
    • fehlende Nachfolgekonzepte in S/4 2023 (z.B. Queuing)
    • Aktuelles System noch nicht vorbereitet: z.B. Custom Business Configuration statt SM30 (FIORI Launchpad, Rollen, Berechtigungen)
    • ggf. unklarer Clean Core Status: OSS Note 3578329
  • Maßnahmen:
    • Tier-2-Proxy-Objekte (HTTP Client)
    • Abstraktion für späteren Austausch (Queues)
    • Separate Pakete (SAPGUI Objekte)

Status Quo und Ausblick

Status Quo

  • Produktivstart am 18.01.2026 mit Version 0.9.0
  • inzwischen bereits 0.9.1 - 0.9.2 produktiv mit kleineren Optimierungen und neuen Funktionen
  • Release 0.9.3 für EWM: ChangeMaster über IDoc
  • derzeit im Test, Produktivstart geplant für April 2026

Ausblick

  • Mögliche neue Partner
    • Integration Suite
    • Kafka
    • Power BI
    • Simplifier
  • Mögliche neue ELF Objekttypen
    • MaterialDocument
    • StorageLocation

Backlog

  • weitere Use Cases und Partner
  • Konfiguration für ABAP Objects basierende ELF-Handler
  • Umstellung SM30 auf Custom Business Configuration
  • Tools für Key User und Administration

Anregungen & Wunschliste

  • Synchronisation mit der "Datenplattform"
  • Engere Zusammenarbeit mit Dräger IT
  • Zusammenarbeit mit Dräger OT
  • Know-how-Transfer
  • Qualitätssicherung
  • Pair Programming
  • Hackathons (2 Tage für PoC)

Vielen Dank! - Fragen?

IT & OT


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